Presse Thread

Alles rund um den Grasshopper-Club Zürich
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Benu
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Re: Presse Thread

#25601 Beitrag von Benu »

1angryman hat geschrieben: 13.07.20 @ 8:58
Benu hat geschrieben: 12.07.20 @ 18:24
its coming home hat geschrieben: 10.07.20 @ 11:38 Wie Erich Vogel die GC-Frauen vor den Kopf stiess
Der ewige GC-Fan hat mit der Frauenabteilung der Grasshoppers Grosses vor – doch bislang stösst er auf Widerstand. Sich fügen? Kommt nicht infrage.



Am Anfang stand ein Bekenntnis. Überraschend deutlich, erstaunlicher Absender. «Wir müssen die Frauen wegbekommen vom Mauerblümchendasein, sie integrieren und gleichberechtigt behandeln.» Mit diesen Worten erklärte Heinz Spross im Spätherbst des vergangenen Jahres gegenüber dieser Zeitung, weshalb er nach jahrzehntelanger Unterstützung für die Fussballer der Grasshoppers nun bei den Fussballerinnen einsteigt.

Dank der Initiative des Zürcher Gartenbauunternehmers entstand der Förderverein White Label – in Anlehnung an den Blue-Label-Club für die GC-Männer. Spross’ Vision: «Die Bestrebungen sollten Richtung Profifussball gehen.» Die Idee waren kleine Gesten. Ein Generalabonnement hier, einen Zustupf an das Trainingslager da, Hilfe bei der Stellensuche dort.

Als Vorbild nannte Spross den VfL Wolfsburg, der seine erfolgreiche Frauenabteilung vollständig in den Club integriert hat und sie (bis auf die Entlöhnung) dem Männerfussball gleichstellt. Und damit höchst erfolgreich ist: Mit dem Cupsieg am vergangenen Samstag gewannen die Wolfsburgerinnen, Champions-League-Siegerinnen 2013 und 2014, jüngst zum vierten Mal in Folge das Double in Deutschland.

Auch Erich Vogel oder der ehemalige GC-Trainer Uli Forte wurden White-Label-Gönner – und in der Frauenabteilung war die Begeisterung über das Engagement deutlich zu hören. Die damalige Leiterin Mirjam Dobler schwärmte: «Wenn sich Leute mit solch bekannten Namen für uns Frauen einsetzen, ist das wie ein Traum.»

Acht Monate später zeigt sich aber, dass besonders bei der Frage, wie schnell die Professionalisierung des Frauenfussballs fortschreiten soll, nicht alle gleicher Meinung sind.
Schöne Zahlen, grosse Schlagzeile

Anfang Juni wartete der «Blick» mit der Neuigkeit auf, dass die Grasshoppers künftig im grossen Stil auf ihre Frauenabteilung setzen wollen. Der Plan: «Bestes Team der Schweiz, Meister, Cupsieger, Qualifikation für die Champions League» – und dazu sollen die Spielerinnen endlich auch ordentlich für ihre Leistung bezahlt werden. Halbprofitum mit Fixlohn und Prämien statt eines feuchten Händedrucks zum Dank. Das Jahresbudget werde von 200’000 Franken auf 500’000 erhöht, hiess es im Bericht, vielleicht sogar bald auf eine Million. Das alles möglichst schnell und unter der grossen Schlagzeile: «GC gibt seinen Frauen Power.»

Als treibende Kraft hinter dem Projekt präsentierte sich Erich Vogel (81). Einst stand sein Name für das grosse GC, er war mal Spieler und Trainer, mal Sportchef und Vizepräsident und immer auch Einflüsterer und Strippenzieher. Nun hat er die Idee gehabt, sich zusammen mit Spross der Frauenabteilung anzunehmen. Ein zwölfseitiges Konzept habe er dafür ausgearbeitet, sagte er der Zeitung.

Bloss: Es bleibt beim Konzept. Zumindest fürs Erste. Nach wenigen Wochen ist Vogel wieder weg und mit ihm Ricardo Cabanas senior und Adrian Iglesias, die er im «Blick» als neues Trainergespann vorgestellt hat. Nur ein paar Einheiten haben die beiden abgehalten. Danach wurde das Team interimistisch betreut, seit letzter Woche sind Sommerferien – und anschliessend soll Sascha Müller übernehmen. Der bisherige Nachwuchstrainer der GC-Profiabteilung war zusammen mit weiteren Coaches von der neuen Führung entlassen worden.
Die perfekte Präsidentin

«Herr Vogel hatte nie eine Funktion bei unserer Frauenabteilung», stellt Silvan Keller klar, seit Anfang Juni neuer Präsident der GC-Fussballsektion. Auch die beiden Trainer hätten nicht offiziell für GC gearbeitet. Und ebenso wenig trat Evelyn Wirz ihr vorgesehenes Amt an, die Vogel zur neuen Präsidentin der Frauen machen wollte. Schon Heinz Spross hatte im vergangenen November die einstige NLA-Fussballerin, in den Neunzigerjahren unter Trainern wie Ottmar Hitzfeld oder Christian Gross Physiotherapeutin der GC-Männer, als mögliche Leiterin der Frauen ins Spiel gebracht. «Sie wäre perfekt für dieses Amt», sagt Vogel trotzig.

Doch die Abteilung wird weiterhin von Claudia Donatsch und Mirjam Dobler geführt. Teammanagerin Evelyn Zimmermann sei von Vogel zwischenzeitlich entmachtet worden, heisst es, ist jetzt aber zurück in ihrem Amt. In einem Meeting wehrte sich die bisherige Führung gegen die Absetzung und die Übernahme überhaupt – und setzte sich durch. Gestützt von der Fussballsektion. Nichts mit den Vorgängen zu tun hat die Aktiengesellschaft, die in chinesischem Besitz und für den Profibetrieb der Männer verantwortlich ist. Gleichwohl, sagt Vogel, sei sein Projekt auch in der AG auf viel Goodwill gestossen.

Öffentlich äussern wollen sich weder Donatsch noch Dobler. Auch Silvan Keller mag die Darstellung eines gescheiterten Putschs weder bestätigen noch dementieren. Vielsagend erklärt der Jurist jedoch: «Frauenfussball ist etwas Grossartiges, und auch bei GC wollen wir ihn unbedingt fördern. Aber er soll kontinuierlich und organisch wachsen.»


Klar ist: Die Verantwortlichen der Frauenabteilung fühlten sich vom Vorpreschen Vogels an prominenter Stelle überrumpelt und zeigten kein Interesse an einer Machtübergabe – und sei die Absicht noch so hehr. Getreu dem Motto: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Einem Mitglied der Fussballsektion, das mit den Vorgängen vertraut ist, kommt die passende Schlagzeile dazu in den Sinn: «Es war der Jugendtraum eines 81-Jährigen.»

«Wenn man Strukturen aufbrechen will, ist es mit kleinen Schritten nicht getan.»
Erich Vogel

Heinz Spross arbeitete bei der Ausarbeitung des Projekts mit, und er bestätigt: «Vielen in der Sektion ging es zu schnell, und die Wucht des Artikels im ‹Blick› hat kaum geholfen. Sie fühlten sich wohl vor den Kopf gestossen.» Weil wegen Corona keine grösseren Meetings erlaubt gewesen seien, habe das Konzept nur in Kleingruppen diskutiert werden können, führt er aus. «Es wäre besser gewesen, wir hätten uns alle an einen Tisch setzen können.» Unbehagen spürte Spross vor allem bei Silvan Keller.

Erich Vogel verteidigt gegenüber dieser Zeitung sein Vorgehen, früh an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Er sagt: «Wenn man etwas verändern und Strukturen aufbrechen will, ist es mit kleinen Schritten nicht getan. Doch auf Veränderungen reagieren die meisten Menschen zurückhaltend. Sie haben Angst. Unser Tempo war sehr hoch.» Er akzeptiere, wenn man bei der Sektion jetzt noch nicht so weit sei – aber «aufgeschoben», sagt er deutlich, «ist nicht aufgehoben».


Auch für Spross ist das Thema nicht durch. Keinesfalls sogar. Er sagt: «Beim White-Label-Club ist es unser oberstes Ziel, den GC-Frauenfussball zu professionalisieren. Doch das geht nicht nur mit Leuten, die tagsüber 100 Prozent arbeiten.» Soll wohl heissen: Das geht nicht mit den gleichen Leuten wie bis jetzt. An der GV des Gönnervereins im August wird das weitere Vorgehen besprochen. «Nach den Sommerferien werden wir wieder das Gespräch suchen. Ich bin sicher, dass es eine Lösung geben wird», sagt Spross.

Zumal unbestritten ist, dass der White-Label-Club schon in den ersten Monaten einiges bewegt hat: Das Ziel von 25 Gönnern im ersten Jahr, die je 2000 Franken Jahresbeitrag einzahlen, war rasch erreicht, schon im Februar waren es 35. Und bald werden es mehr als 100 sein: Alle Blue-Label-Mitglieder werden künftig automatisch zu White-Label-Gönnern. Von ihrem Jahresbeitrag von 25’000 Franken werden 2000 für die GC-Frauen abgezweigt. Das führt gleich zu einer Verdoppelung des Budgets.

TA ABO 10.07.2020


Nachdem der sehr kritische Kommentar von Iten (zumindest im Forum) keine grosse Wellen schlug, melde ich mich erneut etwas verwundert. Als ich diesen Bericht gelesen habe, war ich schockiert, dass sich E.V. nun auch bei den Frauen und somit in der Sektion einmischen will. Es ist doch offensichtlich, dass dieser alte Mann dies nicht als uneigennütziger Frauenfussballförderer macht. Ich bin selbst Mitglied einer Sektion des Grasshopper Club Zürich und kann euch sagen, dass dies bei uns durchaus mit Sorge betrachtet wird. Auch wenn er in der einen oder anderen Funktion mal was Gutes für diesen Verein geleistet haben mag, so überwiegt das Negative bei Weitem! Und hiess es nicht auch schon irgendwo, dass er doch auch in den Verkauf der AG verwickelt war und Berisha/Haas nur seine Strohmänner seien? Er ist wieder bei der AG mit dabei und bei den Frauen auf eine Übernahme hinarbeitend... Ich frage mich echt, welche Absichten er verfolgt. Ich unterstelle ihm leider nur solche, die dem Gesamtverein, der Sektion und mittelfristig auch der AG schaden werden!

Ist das Interesse im Forum an solchen Hintergründen nicht vorhanden? Ich weiss schon, dass sportlicher Erfolg vieles überdecken mag. Aber man kann sich doch auch freuen, dass die Jungs wieder gewinnen ohne den kritischen Blick aufs Ganze zu verlieren.
Berisha/Haas Strohmänner von Vogel? Das macht aber ja nun wirklich keinen Sinn. Wenn, dann sind sie Strohmänner der Fosun-Leute. Da werden die Möglichkeiten von E.V. masslos überschätzt - aber vielleicht strebt er bald die Weltherrschaft an. Wer weiss. ;)

Weltherrschaft vielleicht nicht gerade. Aber wie erklärst du dir seine Rolle bei der Suche nach Investoren in Fernost?

Investing-in-Swiss-Football-GCZ.pdf

Dies zusammen mit einem gewissen Berisha (Strohmann oder nicht) und – man staune – mit einem Roland Klein, der eigentlich in und für Schaffhausen geschäften sollte.

https://gofile.io/d/03zvGI

Du glaubst doch nicht, dass die drei im Auftrag von Anliker den chinesischen Markt sondiert haben? Dies geschah aus reinem Eigeninteresse.

Sergio+
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Re: Presse Thread

#25602 Beitrag von Sergio+ »

Xamax hat Corona. Müssen sie echt jetzt bei GC auch alle durchtesten?
https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 91642.html

Andererseits sieht man auch, gleich am Wochenende getestet....noch nichts, jetzt heute aber wohl!?! Oder hat man den einfach vergessen weil er zuletzt nicht mehr mit der Mannschaft mit trainierte :roll:
Das Faultier gehört weg, aber subito. Wir brauchen einen Trainer der was von Fussball versteht und dies den Spielern verständlich vermitteln kann.

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Maho
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Re: Presse Thread

#25603 Beitrag von Maho »

1929- HARDTURM I EUSNÄ HERZÄ EUSÄS DIHAI- 2007

Guenter Netzer
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Re: Presse Thread

#25604 Beitrag von Guenter Netzer »

Benu hat geschrieben: 14.07.20 @ 21:53
1angryman hat geschrieben: 13.07.20 @ 8:58
Benu hat geschrieben: 12.07.20 @ 18:24



Nachdem der sehr kritische Kommentar von Iten (zumindest im Forum) keine grosse Wellen schlug, melde ich mich erneut etwas verwundert. Als ich diesen Bericht gelesen habe, war ich schockiert, dass sich E.V. nun auch bei den Frauen und somit in der Sektion einmischen will. Es ist doch offensichtlich, dass dieser alte Mann dies nicht als uneigennütziger Frauenfussballförderer macht. Ich bin selbst Mitglied einer Sektion des Grasshopper Club Zürich und kann euch sagen, dass dies bei uns durchaus mit Sorge betrachtet wird. Auch wenn er in der einen oder anderen Funktion mal was Gutes für diesen Verein geleistet haben mag, so überwiegt das Negative bei Weitem! Und hiess es nicht auch schon irgendwo, dass er doch auch in den Verkauf der AG verwickelt war und Berisha/Haas nur seine Strohmänner seien? Er ist wieder bei der AG mit dabei und bei den Frauen auf eine Übernahme hinarbeitend... Ich frage mich echt, welche Absichten er verfolgt. Ich unterstelle ihm leider nur solche, die dem Gesamtverein, der Sektion und mittelfristig auch der AG schaden werden!

Ist das Interesse im Forum an solchen Hintergründen nicht vorhanden? Ich weiss schon, dass sportlicher Erfolg vieles überdecken mag. Aber man kann sich doch auch freuen, dass die Jungs wieder gewinnen ohne den kritischen Blick aufs Ganze zu verlieren.
Berisha/Haas Strohmänner von Vogel? Das macht aber ja nun wirklich keinen Sinn. Wenn, dann sind sie Strohmänner der Fosun-Leute. Da werden die Möglichkeiten von E.V. masslos überschätzt - aber vielleicht strebt er bald die Weltherrschaft an. Wer weiss. ;)

Weltherrschaft vielleicht nicht gerade. Aber wie erklärst du dir seine Rolle bei der Suche nach Investoren in Fernost?

Investing-in-Swiss-Football-GCZ.pdf

Dies zusammen mit einem gewissen Berisha (Strohmann oder nicht) und – man staune – mit einem Roland Klein, der eigentlich in und für Schaffhausen geschäften sollte.

https://gofile.io/d/03zvGI

Du glaubst doch nicht, dass die drei im Auftrag von Anliker den chinesischen Markt sondiert haben? Dies geschah aus reinem Eigeninteresse.
Ich würde das den Herren Vogel, Berisha und Klein NIEMALS zutrauen, das sind doch alles Wohltäter die nur das Beste für GC wollen !

Benu
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Re: Presse Thread

#25605 Beitrag von Benu »

Weltherrschaft vielleicht nicht gerade. Aber wie erklärst du dir seine Rolle bei der Suche nach Investoren in Fernost?

Investing-in-Swiss-Football-GCZ.pdf

Dies zusammen mit einem gewissen Berisha (Strohmann oder nicht) und – man staune – mit einem Roland Klein, der eigentlich in und für Schaffhausen geschäften sollte.

https://gofile.io/d/03zvGI

Du glaubst doch nicht, dass die drei im Auftrag von Anliker den chinesischen Markt sondiert haben? Dies geschah aus reinem Eigeninteresse.




Hier noch der korrekte Link zur Präsentation, mit der die AG in China angeboten wurde:

https://ivastefanretail.com/wp-content/ ... ll-GCZ.pdf

Roger B
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Re: Presse Thread

#25606 Beitrag von Roger B »

Benu hat geschrieben: 15.07.20 @ 18:41 Weltherrschaft vielleicht nicht gerade. Aber wie erklärst du dir seine Rolle bei der Suche nach Investoren in Fernost?

Investing-in-Swiss-Football-GCZ.pdf

Dies zusammen mit einem gewissen Berisha (Strohmann oder nicht) und – man staune – mit einem Roland Klein, der eigentlich in und für Schaffhausen geschäften sollte.

https://gofile.io/d/03zvGI

Du glaubst doch nicht, dass die drei im Auftrag von Anliker den chinesischen Markt sondiert haben? Dies geschah aus reinem Eigeninteresse.




Hier noch der korrekte Link zur Präsentation, mit der die AG in China angeboten wurde:

https://ivastefanretail.com/wp-content/ ... ll-GCZ.pdf
Also wenn ich ein Chinese wäre, hätte ich GC aufgrund dieser Präsentation auch gekauft. Vielleicht hätte man die Präsentation noch jemandem zum Durchlesen geben können, der gut Englisch kann.

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Voltan
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Re: Presse Thread

#25607 Beitrag von Voltan »

Ähm @Benu mit deiner Fake Präsentation. Dafür hast du dich vor kurzem hier registriert? Hey erich bisch es du? Als ob die Chinesen auf dich hören würden. :lol:
Ehrenvorsitzender des GC Fanklubs Himmlische Sonne

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Dori Kuerschner
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Re: Presse Thread

#25608 Beitrag von Dori Kuerschner »

Izidor Kürschner (1885-1941), ungarisch-jüdischer Fussballlehrer, GCZ-Meister- (1927, 1928 & 1931) und Cupmacher (1926, 1927, 1932 & 1934).

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Sokari
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Re: Presse Thread

#25609 Beitrag von Sokari »

kann Jemand den Artikel reinkopieren?
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Magic-Kappi
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Re: Presse Thread

#25610 Beitrag von Magic-Kappi »

Als Goran Djuricin gehen musste, quasi über Nacht, gab es noch ein lautes Getrampel. Der Trainer aus Österreich beschwerte sich über den schlechten Stil der Führung von GC. Mitte Mai war das, die Meisterschaft lief noch nicht wieder, und die Mannschaft lag in der Challenge League 15 Punkte hinter Lausanne auf Platz 3.

Zwei Monate später sagt Zoltan Kadar, der Nachfolger von Djuricin: «Für uns ist es jetzt schon eine Genugtuung, dass das Spiel in Lausanne ein Highlight ist.» Lausanne - GC heute Freitagabend, es ist ein wirkliches Spitzenspiel, weil Lausanne schwächelt und GC unter Interimscoach Kadar heftig aufgemuckt hat. Fünf Verlustpunkte liegen nur noch zwischen dem Ersten und Zweiten.

Kadar war nie der Laute, der Fordernde, der 53-Jährige war der ewige Assistent und Analyst, bei den Grasshoppers, beim FCZ und seit April 2019 wieder bei GC. Zumindest schien er nur ein Zuarbeiter zu sein. Wahrscheinlich täuschte der Eindruck nur, weil er seine Loyalität zum Arbeitgeber und zu den Vorgesetzten stets über seinen Ehrgeiz stellte, selbst mehr Verantwortung übernehmen zu können.

Er muss nicht den Chef markieren

Nun kann er sich als Chef ausleben, ohne das Gefühl zu haben, unnötig den Chef markieren zu müssen. Seine Beförderung vom Assistenten zum Nachfolger von Djuricin hat er immer als eines begriffen: als Chance zu zeigen, dass er auch eine gute Nummer 1 sein kann.

Früher war er schon einmal Chef, das war Anfang der Nullerjahre beim FC Frauenfeld. Aber das war 1. Liga. Das hier und jetzt ist ein anderes Niveau, das ist, bei allen Wirren und Abstürzen, vor allem noch immer GC. Kadar hat sich, als er die Arbeit anging, keinen Illusionen hingegeben. Das würde auch nicht zu seiner Biografie passen, «zu einem Ungar aus Rumänien mit Schweizer Pass», wie er sich vorstellt, nicht zu seiner Art und seinem Pragmatismus. Seit er vor acht Jahren einen wichtigen Menschen in seiner Familie durch einen Todesfall verloren hat, «von einer Sekunde auf die andere», ist er für sich zum Schluss gekommen: «Es lohnt sich gar nicht, langfristig zu planen.»

Die Spitze gegen die Führung

Von Anfang an ist ihm das in seiner neuen Rolle bewusst gewesen. Wenn er die ersten drei, vier Spiele verliert, ist er gleich wieder abgesetzt. Und die Voraussetzungen schienen auch nicht optimal zu sein, schliesslich schoss der neue Sportchef Bernard Schuiteman aus der Hüfte gegen seinen Vorgänger Fredy Bickel und warf ihm vor, ein Kader hinterlassen zu haben, das nicht in der Balance sei. Kadar hörte das wohl, es hat ihn nicht daran gehindert, auf seine Art laut zu werden und den Beweis anzutreten, dass das Kader doch nicht so schlecht zusammengestellt worden war. 5:0, 1:1, 3:1, 4:1, 3:2, 4:0 und 2:1 heissen die Ergebnisse seiner Amtszeit.


«Ein guter Trainer hat eine klare Vorstellung, wie die Mannschaft spielen sollte und wie das vorhandene Spielermaterial mit seinen Ideen in Einklang zu bringen ist», sagt Kadar. Er redet gern auch von der Bedeutung der Beziehung von einem Trainer zu den Spielern, von der Arbeit, einem Spieler das Gefühl zu geben, wichtiger Teil von etwas Grossem zu sein. Für Kadar ist eine Mannschaft eine Familie.

«Wenn neue Besitzer sagen: ‹Wir wollen Zoltan Kadar nicht mehr›, dann ist das okay für mich.»

Zoltan Kadar, GC-Trainer
Kadar ist nicht der Solist, er ist der Teamplayer. Darum wird er nicht müde, seinen Assistenten Stephan Helm zu loben, als Trainer, als Analyst, als Mensch. Das liesse sich nun leicht als Spitze gegen jene Führung deuten, die Helm im Frühjahr noch als U-21-Coach entlassen hatte, weil er nicht mehr in die Kostenstruktur des Vereins gepasst haben soll. Kadar wählt die sachliche Version: «Neue Besitzer haben eigene Vorstellungen. Wenn sie zum Beispiel sagen: ‹Wir wollen Zoltan Kadar nicht mehr›, dann ist das okay für mich.»

So sehr er Helms Verdienste würdigt, so sehr macht er das bei Veroljub Salatic, dem alten Mann in dieser Gruppe. Er ist selbst lange Jahre Spieler und Trainer gewesen, aber einen Captain wie Salatic hat er nie sonst gesehen: «Einen Captain, der so viel für die Mannschaft macht und so viel Einfluss hat.» Salatic hat die Mitspieler so gut im Griff, dass sich keiner ein Fehlverhalten erlaubt, er kritisiert sie nicht nur, er unterstützt sie auch bedingungslos. «Vero erleichtert mir meine Arbeit», sagt Kadar. Dank Salatic muss er nicht unnötig Polizist spielen.


Mit Kadar zeigt die Mannschaft ein klares Gesicht, offensiv soll sie sein, mutig. Nicht, dass ihr bisher gleich alles perfekt gelungen wäre, gerade am Dienstag beim Sieg gegen Chiasso hat sie keinen guten Tag. Aber was Kadar gefällt: dass die Spieler wieder aufstehen, wenn es einmal heftiger windet. So war das in Vaduz, als sie aus einem 0:2 noch ein 3:2 machten. So ist es auch am Dienstag, als sie spät aus dem Nichts heraus den Ausgleich erhalten und trotzdem reagieren können. «Das ist eine wichtige Erfahrung, gerade für die Jungen», sagt Kadar, «sie wissen jetzt: Hoppla, auch mit uns auf dem Platz ist das möglich.»

Er vertraut den Jungen

Ja, die Jungen, diese neuen Gesichter, die Kadar nach vorne geschoben hat. Die Namen, die dazu gehören, sind Elias Mesonero, Marcin Dickenmann, Yannick Scheidegger, Randy Schneider und Fabian Fehr, sie sind 18, 19 oder 20. Kadar vertraut ihnen, weil er der Expertise von Helm vertraut. «Zoltan», hat der ihm gesagt, «mach dir keine Gedanken. Diese Jungen sind bereit für die Challenge League. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.» Helm kennt sie alle von der U-21.


Kadar genügen wenige Worte, um die Jungen zu beschreiben. Über Mesonero: «Gnadenlos im Zweikampf, sehr saubere Technik, starkes Stellungsspiel.» Dickenmann: «Unser Terrier, gegen ihn möchte ich als linker Flügel nicht spielen.» Scheidegger: «Vielleicht ist das übertrieben, aber so stelle ich mir Vero Salatic mit 18 vor. Er bekommt wenig Stress.» Schneider: «Er kann den Ball zehnmal ohne Not verlieren, aber mit einer Aktion ein Spiel entscheiden.» Und Fehr: «Unheimliche Fähigkeiten im Abschluss, er muss nur mental stabiler werden.»

Sie alle haben noch einen weiten Weg zu gehen. Gefahren lauern. Aber für den Moment sagt Kadar: «Sie machen einen gesunden Eindruck. Sie können noch einiges zeigen im Schweizer Fussball.»

Und er? Er, der davon ausgehen muss, über diese Saison hinaus nicht Trainer zu bleiben, selbst wenn er aufsteigt? Der mitbekommen hat, dass der Portugiese João Carlos Pereira bei GC im Gespräch ist? Wohin führt ihn sein Weg? Er sagt: «Ich habe mehrere Varianten im Kopf. Und wenn sich die Mannschaft weiterentwickelt und in die Super League zurückkehrt, habe ich einen guten Job gemacht.»

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