Presse Thread

Alles rund um den Grasshopper-Club Zürich
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Silas142
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Re: Presse Thread

#26051 Beitrag von Silas142 »

Besten Dank fürs Reinstellen Lurker

Goegi
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Re: Presse Thread

#26052 Beitrag von Goegi »

Lurker hat geschrieben: 24.10.20 @ 15:26 TA

Der Rekordmeister als Sprungbrett für die grosse Karriere
Sportchef Bernard Schuiteman hat 15 Spieler nach Zürich geholt. Wie das funktionieren kann, was ihre Ziele sind und wie sie sich eingelebt haben.

Marcel Rohner

Es gibt diese Geschichte von Eliseu Nadjack, sie erheitert die Gemüter auf dem GC-Campus. Hungrig stibitzte er neulich zwei Äpfel aus dem Garten der Internatsleiterin, ohne zu wissen, wem sie gehören. Dem Dieb mag aber keiner böse sein, eher schüttelt man den Kopf und lacht. So ist das, wenn jemand vom Bissauer Gute-Laune-Bär erzählt, er soll als Beweis dienen. Dafür, dass die Stimmung hervorragend ist, trotz zweier Niederlagen in Folge.

In seinem vierten Spiel für GC erlitt Nadjack einen Riss der Patellasehne, das bedeutet praktisch das Saisonende. Nach dem Spiel posierte die Mannschaft vor der Kurve, zweimal zwei Finger in die Höhe, die 22 ist Nadjacks Nummer. Man demonstrierte Geschlossenheit, auch in den sozialen Medien. Der Verletzte selbst hat von sich aus darauf verzichtet, zur Rehabilitation in seine Heimat Portugal zu fliegen, lieber sei er auf dem Campus, nahe dem Team.

Toti Gomes – er hätte auch Nein sagen dürfen

Nadjack ist einer von 15 neuen GC-Spielern. Er ist Rechtsverteidiger, einer, der über Super-League-Niveau verfügt. Genauso wie Toti Gomes, er vereint fast alles, was den Zuzügen eigen ist: Er ist jung, kommt von Wolverhampton – und Portugiese ist er auch noch. Ihm kann eine gute Karriere bevorstehen, er hat, was ein Innenverteidiger haben muss.

Gomes ist 21, er macht kein Geheimnis daraus, dass GC für ihn ein Sprungbrett ist. Vom Club hörte er erstmals, als sein Agent ihm davon erzählte. «Er sagte mir, dass GC eine grosse Geschichte und viele Titel gewonnen hat», erzählt Gomes, «damit war ich glücklich.»

Gomes wechselte am 2. September von Estoril in Portugal zur U-23 der Wanderers. Zwei Tage später ging es weiter zu GC, die Premier League vor Augen, ausgeliehen in die zweithöchste Schweizer Liga. Hatte er überhaupt eine andere Wahl? Offenbar ja, «er hätte auch Nein sagen dürfen», versichert Trainer Joao Pereira. Gomes bestätigt mit einem Nicken.

Bernard Schuiteman – er will in höheren Kategorien fischen

Spieler, die nicht selbst entscheiden können, wo sie das nächste Jahr verbringen, «das ist vielleicht auch etwas wie ein Märchen», sagt Bernard Schuiteman, die Entscheidung liege zu 100 Prozent beim Spieler. Der GC-Sportchef sitzt in seinem Büro und geniesst seine Magnum-Glace. Von hier aus hat er eine hervorragende Aussicht über die Trainingsplätze auf dem GC-Campus.

Schuiteman ist für Transfers wie jene von Nadjack und Gomes verantwortlich. Er könnte stundenlang über Sinn und Unsinn von solchen und anderen Geschäften erzählen. Sechs Leihspieler hat er diesen Sommer nach Zürich gebracht. Er sagt: «Als GC gehst du nicht nach Estoril und bietest Toti einen Vierjahresvertrag, da hätten wir keine Chance.»

Der Club habe kurzfristige Ziele, sagt Schuiteman, «dafür brauchen wir Qualität – mit solchen Deals können wir in einer höheren Kategorie fischen.» Auch der Niederländer ist sich bewusst, dass Gomes in einigen Monaten wohl kein GC-Spieler mehr ist, «aber vielleicht haben wir dann unser Ziel erreicht».

Aleksandar Cvetkovic – bitte keine Grüppchen und Clans

Zurück an den Tisch mit Gomes und Pereira, da sitzt auch Aleksandar Cvetkovic, der Serbe ist der Captain. Er habe noch nie in einem besseren GC gespielt, sagt der 25-Jährige, doch auch schon bald drei Jahre bei den Zürchern. Die neuen Spieler, findet er, hätten sich sehr gut eingelebt, seien sehr professionell.

Cvetkovic ist der Nachfolger von Veroljub Salatic. Er sieht es als seine Aufgabe, darauf zu achten, dass es keine «Clans und kleine Grüppchen» gibt. Er habe das schon in einigen Teams gesehen, nicht aber beim GC der Saison 2020/21. Darauf schaut auch der Club, auf dem Campus hat das Team Möglichkeiten, die anderen verwehrt bleiben: ein gemeinsames Frühstück in der Kantine zum Beispiel.

«Das Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, es ist auch eine soziale Komponente», findet Sportchef Schuiteman. Gerade im Trainingslager wurde dabei auf eine Mischung geachtet, Tischordnungen waren vorgegeben. Man sollte sich kennen lernen, auch auf spielerische Art und Weise bei einer kleinen Team-Olympiade.

André Santos – der Chauffeur und Leader will in die Super League

Es ist der Tag nach dem Spiel gegen Kriens, 2:5 verlor GC in der Innerschweiz. Das ganze Team und mit ihm André Santos hatten zu kämpfen mit dem Gegner, vier Tore entstanden durch individuelle Fehler, zwei durch Ballverluste von Santos, die Zweikämpfe wurden hart geführt.

Daraus müsse auch er lernen, sagt Santos, der sich von den meisten Zuzügen unterscheidet. Vor allem darin, dass er seinen 30. Geburtstag schon hinter sich hat. Er habe noch einmal ins Ausland wechseln wollen, sagt er. Auch ihm wurde das Projekt GC vorgeschlagen, Trainer Pereira kennt den portugiesischen Markt gut. «Ich schaute mir die Konditionen und das Umfeld im Land an», erzählt Santos, mittlerweile achte er eben eher auf solche Dinge.

Santos ist weit herumgekommen, er spielte in Portugal, Rumänien, Frankreich, Spanien und der Türkei, wo fast niemand englisch sprach. Hier sei die Kommunikation einfacher. Der Mittelfeldspieler ist so etwas wie der Anführer der Portugiesen, darum drückten sie ihm bei GC die Schlüssel eines Minibusses in die Hand. Tag für Tag fuhr er fünf Kollegen zum Training und zurück ins Hotel in Regensdorf, dort leben die Neuankömmlinge. Eine Wohnung zu finden, war nicht einfach, der Club half bei den Behördenwegen. In den nächsten Tagen kann Santos einziehen. Bei GC unterschrieb er bis 2023, hat er grosse Pläne, nächstes Jahr will er in der Super League spielen.

Und was ist mit dem Rest?

Es stellt sich die Frage, wie nachhaltig eine solche Strategie für den Schweizer Fussball ist. Es ist eine Frage, die im GC-Umfeld oft gestellt wurde, mit jedem Transfer etwas lauter. Kein Team der Challenge League hat mehr Ausländer gemeldet als GC. Andererseits listen nur drei Teams mehr lokal ausgebildete U-21-Spieler als die Zürcher, mindestens drei gehören zum Stamm.

Es gibt GC-Talente, die sich wegen der Transferoffensive des Clubs Sorgen machten und nicht wussten, ob sie noch Perspektiven haben. Einige mussten bereits weichen, Schweizer und Ausländer, die schon länger dabei sind. Vor einer Woche standen mit Elias Mesonero, Marcin Dickenmann und Yannick Scheidegger drei junge Schweizer in der Startformation der U-21, die im Sommer noch zu viel Spielzeit kamen. Sie gehören eher in die Kategorie «langfristige Planung».

Oscar Correia und Ming-Yang Yang standen ebenfalls auf dem Platz, sie sind erst seit Sommer dabei. Und da waren Euclides Cabral und Djibril Diani, sie spielten schon in der Super League. Allen Njie wird sich zu ihnen gesellen, sein Wechsel nach Israel platzte wegen des Medizinchecks. Sie alle sind die Leidtragenden, die Konkurrenz in diesem GC ist gross. Das 1:3 im 1.-Liga-Meisterschaftsspiel gegen Solothurn zeigt: Am falschen Ort sind sie bei der U-21 aber nicht. Und das nicht nur wegen des Resultats.
Danke fürs Teilen! Interessant sind zwei Momente. Einerseits, dass der Transfer von Njie geplatzt ist. Fand ihn eigentlich letzte Saison gut, könnte durchaus auch eine Alternative sein in dieser Saison, obwohl seine Position mit Pina und Santos schon sehr gut besetzt ist.
Interessant auch, dass Santos einen Vertrag bis 2023 hat. Finde ich ein gutes Zeichen.

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Lion King
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Re: Presse Thread

#26053 Beitrag von Lion King »

Njie kann nicht eingesetzt werden, da er nicht auf der Kontingentenliste ist.

Goegi
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Re: Presse Thread

#26054 Beitrag von Goegi »

Lion King hat geschrieben: 24.10.20 @ 16:18 Njie kann nicht eingesetzt werden, da er nicht auf der Kontingentenliste ist.
Auch für die Rückrunde könnte er nicht mehr gemeldet werden?

Sergio+
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Re: Presse Thread

#26055 Beitrag von Sergio+ »

Goegi hat geschrieben: 24.10.20 @ 16:21
Lion King hat geschrieben: 24.10.20 @ 16:18 Njie kann nicht eingesetzt werden, da er nicht auf der Kontingentenliste ist.
Auch für die Rückrunde könnte er nicht mehr gemeldet werden?
Doch. Aber da heisst's abwarten. Wer weiss wer sich bis dahin verletzt, wo wir die dringende Baustelle haben werden und es dazu keinen valablen CH-Spieler gibt...

Goegi
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Re: Presse Thread

#26056 Beitrag von Goegi »

Sergio+ hat geschrieben: 24.10.20 @ 17:59
Goegi hat geschrieben: 24.10.20 @ 16:21
Lion King hat geschrieben: 24.10.20 @ 16:18 Njie kann nicht eingesetzt werden, da er nicht auf der Kontingentenliste ist.
Auch für die Rückrunde könnte er nicht mehr gemeldet werden?
Doch. Aber da heisst's abwarten. Wer weiss wer sich bis dahin verletzt, wo wir die dringende Baustelle haben werden und es dazu keinen valablen CH-Spieler gibt...
Stimmt. Momentan ist die Baustelle ja eher unsere Verteidigung

Roger B
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Re: Presse Thread

#26057 Beitrag von Roger B »

https://www.nzz.ch/sport/der-gc-sportch ... ld.1583534

Der GC-Sportchef Bernd Schuiteman bestreitet, dass der Klub seine Seele verkauft hätte, er sagt: «Das Gegenteil ist der Fall»

Seit der Übernahme durch Chinesen begleitet die Grasshoppers viel Skepsis. Der niederländische Sportchef Bernd Schuiteman sagt, der Klub verkomme nicht zum Farmteam der Wolverhampton Wanderers – und die GC-DNA bestehe weiterhin.
Flurin Clalüna
26.10.2020, 04.30 Uhr

Der GC-Sportchef Bernard Schuiteman sagt: «Wir stehen ganz am Anfang.»
Jean-Christophe Bott / Keystone

Bernard Schuiteman, GC hat nach zwei Niederlagen am Samstag gegen Schaffhausen 2:1 gewinnen können. Aber das Spiel war, na ja . . .

Man hat unsere Anspannung gespürt, sie war nicht zu übersehen. Nach den zwei Niederlagen auf Kunstrasen war eine Verunsicherung vorhanden. Wichtig sind die drei Punkte und dass wir in der Tabelle vorne dabei sind.

Waren Sie phasenweise nicht auch enttäuscht von der Darbietung?

Wir können besser spielen, die letzten beiden Partien haben leichte Spuren hinterlassen.

Ohne den Sieg wäre es schon unruhig geworden bei GC.

Nein, nein. Wir stehen ganz am Anfang. Wir analysieren ganz ruhig.

Tauschten Sie sich mit dem Präsidenten Sky Sun aus, nachdem GC gegen Kriens 2:5 verloren hatte?

Ja, wir haben unmittelbar nach diesem Spiel telefoniert. Wir haben darüber gesprochen, woran es gelegen hat.

Und woran hat es gelegen?

Zunächst gilt es zu sagen, dass wir eine neue, junge Mannschaft haben. Die ersten drei Siege haben gezeigt, dass sie Qualität hat. Nun war es interessant, zu beobachten, wie die Spieler reagieren, wenn es einmal nicht läuft. Gegen Kriens gab es nichts zu beschönigen, wir waren nicht gut und müssen hart mit uns ins Gericht gehen. Aber ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass wir in Neuenburg und Kriens zwei Mal auf Kunstrasen verloren haben. Das soll keine Ausrede sein, aber wir haben einige Spieler, die sich diese Unterlage nicht gewohnt sind. Fussballerisch ist die Mannschaft gut, aber es sind auch andere Tugenden gefragt.

Welche Tugenden haben gefehlt?

Vielleicht hat sich eine gewisse Genügsamkeit eingeschlichen, das kann nach drei Startsiegen sein. Man läuft den einen oder anderen Meter weniger, und dann funktioniert es schon nicht mehr. Aber nach diesen Spielen ist noch nicht viel passiert. Die Welt geht nicht unter.

Zurück zum Präsidenten Sky Sun: Er ist immer noch nicht in der Schweiz.

Ich bin zuversichtlich, dass es jetzt schnell gehen wird. Ich habe entsprechende Signale.

Liegt es immer noch an der fehlenden Arbeitsbewilligung?

Es wäre angenehmer, Sky Sun wäre hier. Ich habe kürzlich mit unserem Marketingchef Adrian Fetscherin über die Rolle der Präsidenten geredet. Ich stelle Ihnen nun die gleiche Frage, über die wir diskutiert haben: Wer ist der Präsident von YB?

Hanspeter Kienberger. Er ist in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt.

Ihn kennt praktisch niemand. Aber YB ist sehr erfolgreich. Man kann das Ratespiel stark ausbauen. Wer ist der Präsident von Lausanne-Sport, FC Luzern, FC Vaduz, SC Kriens, FC Stade-Lausanne-Ouchy, FC Chiasso? Man sollte die Rolle des Präsidenten als Aushängeschild nicht überschätzen.

Dann wäre es besser, Sky Sun würde in Schanghai bleiben?

Nein, natürlich nicht. Wir freuen uns sehr, wenn er kommt. Er ist ein junger, moderner Typ.

Weil Sky Sun nicht hier ist, sind Sie zum Aushängeschild geworden.

Aushängeschild ist das falsche Wort. Sind Fragen zum sportlichen Bereich da, stehe ich Rede und Antwort. Bei GC kommen halt immer auch noch andere Dinge dazu.

Welche anderen Dinge?

Das wissen Sie doch. GC betrifft nicht nur den Sport der ersten Mannschaft, es gibt viele Strömungen: Viele ehemalige Spieler und Funktionäre, die sich äussern, viel Presse. Das macht den Verein spannend.
Der GC-Sportchef Bernd Schuiteman
Der Weitgereiste
Urs Flüeler / Keystone

Der Weitgereiste
fcl. Der 47-jährige niederländische Bäckerssohn Bernard Schuiteman spielte als Fussballer unter anderem für Twente Enschede, Feyenoord Rotterdam und Bayer Leverkusen. Er arbeitete später als Trainer und war dann als Scout bei Twente Enschede, Rapid Wien, Manchester United und den Wolverhampton Wanderers tätig. Seit April dieses Jahres ist Schuiteman neuer Sportchef der Grasshoppers. Er sagt, er habe einen «gültigen Arbeitsvertrag». Die Laufzeit ist nicht bekannt.

Sind diese Einflüsse weiterhin spürbar? Sie sagten kürzlich, es sei ein Vorteil, dass Sie unabhängig von alten Seilschaften arbeiten könnten.

Die Einflüsse sind spürbar. Wir, Shqiprim Berisha, Samuel Haas, Adrian Fetscherin und meine Person, kommen als neue Geschäftsleitung von aussen und sind nicht so leicht beeinflussbar.

GC wird seit der Übernahme im April immer auch von öffentlicher Skepsis begleitet. Wie nehmen Sie das wahr?

Für mich war das Heimspiel gegen Wil entscheidend, als die Mannschaft nach dem Sieg in die Kurve ging. Bis dahin hatten die Fans nur Namen gehört, Toti Gomes, Nadjack. Und vermutlich hatten sie berechtigterweise gedacht: Wer ist das? Nun kennen sie die Gesichter, die Fans haben ein Bild von all diesen Namen. Die Skepsis ist kleiner. Man sieht gleichzeitig auch, dass in den letzten Partien 46 Prozent aller Spielminuten von eigenen Nachwuchsfussballern absolviert worden sind. Das gibt es in der Schweiz bei keinem anderen Verein. Das geht etwas unter. Aber ich verstehe, dass das so ist, wenn die Leute monatelang in der NZZ und im «Tages-Anzeiger» lesen, wie schlecht alles bei GC sein soll.

Es sind vor allem kritische Fragen gestellt worden.

Kritische Fragen dürfen immer gestellt werden. Ein Teil der Berichterstattung hatte aber nichts mehr mit kritischen Fragen zu tun. Es ist berechtigt, dass man uns nach unseren Beziehungen zu Wolverhampton und nach Portugal fragt. Aber man darf andere Dinge nicht aus den Augen verlieren. Wie wir zum Beispiel mit dem Nachwuchs umgehen.

Stimmt es eigentlich, dass zunächst geplant war, dass Sie bei GC Chef-Scout und nicht Sportchef werden?

Ja, das war ursprünglich die Idee. Die Absicht war, den Schwenk zum Sportchef erst später zu machen. Das ist jetzt früher passiert. Ich bin seit 31 Jahren im Fussball, als Spieler, Trainer, Scout. Mein Titel ist jetzt zum ersten Mal in meiner Karriere Sportchef. Ich bin mit meinen 47 Jahren dafür nicht zu jung und nicht zu alt.

Sie sagten kürzlich am Fernsehen: ohne Erich Vogel keine Chinesen. Hat der frühere Sportchef und Vizepräsident bei Ihrer Verpflichtung auch eine Rolle gespielt?

Nein, gar keine.

Sie sagten auch, jetzt dürfe Vogel bei GC nicht einmal drei Kugelschreiber bestellen. Das klang nicht sehr nett.

Er wird es verkraften. Ich wollte damit sagen, dass Erich Vogel keinen Einfluss auf Entscheidungen im täglichen Betrieb hat.

Vogel hält viel von Ihnen.

Das habe ich einmal gelesen. Wir unterhalten uns auch ab und zu, es ist interessant, sich mit ihm auszutauschen.

Lassen Sie uns über die Themen sprechen, über die immer noch kontrovers diskutiert wird. Es heisst, GC sei ein Farmteam der Wolverhampton Wanderers.

Unter einem Farmteam verstehe ich etwas anderes. Ein Farmteam ist verpflichtet, Spieler vom grösseren Klub zu übernehmen. Das ist bei GC nicht der Fall. Wir kooperieren mit Wolverhampton. Und wir bemühen uns um Schweizer Spieler auf dem heimischen Markt.

Haben Sie immer freie Hand bei der Wahl der ausländischen Spieler? Sie könnten auch jemanden verpflichten, der keinen Bezug zu Wolverhampton oder nach Portugal hat?

Ja, ich habe freie Hand. Wir haben auch mit belgischen, dänischen oder schwedischen Spielern geredet. Es geht immer zuerst um die Qualität und das Profil des Spielers. Aber wenn wir zwei qualitativ gleichwertige Spieler auf der Liste haben, ist Wolverhampton für uns interessanter, weil sie uns eher entgegenkommen. Aber wenn ein Spieler der Wanderers nicht passt, nehmen wir ihn nicht.

Wie schwierig ist es, die Spieler, die aus Wolverhampton kommen, für die Challenge League zu motivieren?

Wir haben ihnen erklärt, dass GC trotz Challenge League ein grosser Verein sei. Und dass es mit den neuen Investoren Potenzial gebe. Auch der portugiesische Trainerstab hat eine Rolle gespielt. Neue Spieler haben auch mit unserem Trainer João Carlos Pereira telefoniert, weil sie ihn kannten. André Santos wollte zum Beispiel unbedingt nochmals ins Ausland. Er ist ein sehr guter Spieler, aber in Corona-Zeiten warten auch nicht zehn Vereine auf ihn.

Mehrere Spieler sind ausgeliehen. Wie kann man so planen?

Man muss abwägen. Wir haben kurzfristige Ziele, sprich den Aufstieg. Dafür brauchen wir Spieler mit einem gewissen Level. Wenn wir qualitativ hochwertige Spieler fix verpflichten wollen, ist das schwierig. Erstens hat ein solcher Fussballer vermutlich auch andere Angebote, und zweitens möchte er dann vielleicht einen Dreijahresvertrag. Das ist auch ein Risiko. Nehmen wir die Beispiele von Toti Gomes oder von Leo: Normalerweise würden wir solche Spieler nicht bekommen. In diesen Fällen sind Leihgeschäfte für uns interessant.

Warum gibt GC die Vertragsdauer von João Carlos Pereira nicht bekannt?

Das ist ein Verwaltungsratsentscheid.

Es passt ins Thema der fehlenden Transparenz.

Es wurde so entschieden. Ich kann gut damit leben.

Sie haben kürzlich von der GC-DNA gesprochen, die auch weiterbestehen soll. Was ist für Sie die GC-DNA?

Mit der Übernahme des Klubs erzählten gewisse Leute, GC habe die Seele verkauft. Genau das Gegenteil ist der Fall. Warum halten sich die Chinesen dermassen im Hintergrund? Weil sie wollen, dass GC von den lokalen Leuten geführt und gelebt wird.

Ihre Analyse der letzten Saison hat unter anderem ergeben, dass Sie mehr Dynamik in der Mannschaft wollten. Mit dem früheren Captain Veroljub Salatic wollten Sie nicht mehr zusammenarbeiten. Stimmt es, dass er im Verein eingebunden werden soll?

Wir führen Gespräche mit Veroljub Salatic, ob und wie er in den Klub eingebunden werden kann. Wir werden mit Sicherheit eine gute Lösung finden.

Der Wiler Trainer Alex Frei sagte kürzlich, GC spiele in dieser Saison in einer eigenen Liga. Sehen Sie das auch so?

Wie man gesehen hat, ist das doch nicht so. Das Pflänzchen muss weiterhin gehegt und gepflegt werden.

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Vorwaerts
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Re: Presse Thread

#26058 Beitrag von Vorwaerts »

Natürlich wurde nicht die GC-Seele verkauft. Die hat man verschenkt, verteilt über die letzten 20 Jahre.
Verkauft wurde der geschundene Körper, auf dem jetzt noch ein bisschen rumgetrampelt wird.

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Simmel
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Re: Presse Thread

#26059 Beitrag von Simmel »

Magic-Kappi hat geschrieben:Auf der einen Seite stehen die Einschätzungen der Scouts von Hoffenheim, Schalke, Wolfsburg, PSG, ein paar englischen Vereinen und dem Doumbia-Fanclub. Demgegenüber tritt das vereinigte Fachwissen von ein paar Forumsspasten an.

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Maho
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Re: Presse Thread

#26060 Beitrag von Maho »

Bundesrat will Sport finanziell unter die Arme greifen

Nach den neuen Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie, die für den Schweizer Sport einschneidend sind, traf sich Sportministerin Viola Amherd mit Vertretern von Swiss Olympic und Ligen zu einem runden Tisch.

Die Parteien unterstrichen die Wichtigkeit des Sports, von dem rund 100'000 Arbeitsplätze abhängen. Gleichzeitig betonten alle, die allgemeinen Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie mitzutragen, wofür schweizweit geltende Regelungen und Lösungen für die Organisation des Amateur- und Profisports zentral sind. Amherd äusserte ihr Verständnis für die schwierige Situation. Der Bundesrat sei sich bewusst, dass zahlreiche Bereiche und Sektoren beträchtliche Verluste erlitten haben und strukturell bedroht sind.

Zur Abfederung der Folgen im Sport haben Bundesrat und Parlament ein Hilfspaket von mehreren hundert Millionen Franken beschlossen. Im Breitensport stehen für das Jahr 2020 knapp 100 Millionen Franken zur Verfügung, für 2021 sind weitere 100 Millionen angedacht. Mit dem Covid-19-Gesetz wurde zudem die gesetzliche Grundlage geschaffen, um Klubs im professionellen und halb-professionellen Bereich im Fussball, Eishockey, Unihockey, Handball, Volleyball und Basketball zinslose Darlehen zu gewähren. Dafür stehen in diesem Jahr 175 Millionen Franken zur Verfügung, weitere 175 Millionen sind im Voranschlag für das Budget 2021 eingestellt.

Watson.ch
1929- HARDTURM I EUSNÄ HERZÄ EUSÄS DIHAI- 2007

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