LOS ANGELES - Hollywood-Legende Marlon Brando ist tot. Der Oscar-Preisträger starb nach Angaben seines Anwalts in einem Spital in Los Angeles. Brando gehörte zu den einflussreichsten Schauspielern des 20. Jahrhunderts.
Brando hatte am 3. April 2004 seinen 80 Geburtstag gefeiert. Über die Todesursache liegen keine Angaben vor. Bereits zu Lebzeiten gehörte er zu den Ikonen Hollywoods wie Marilyn Monroe und James Dean. Mit seiner oft unterkühlten und zugleich spannungsgeladenen Art der Charakterdarstellung beeinflusste er Generationen von Schauspielern.
Zu den unvergesslichen Filmen des Stars, der vielen Kritikern und Kollegen als «der grösste Schauspieler Amerikas» galt, gehören Klassiker wie «Endstation Sehnsucht», «Die Faust im Nacken» und «Der Wilde».
Als skandalös galt 1972 seine Darstellung eines sexbesessenen Witwers in Bernardo Bertoluccis «Der letzte Tango in Paris». Selbst aus Nebenrollen konnte Brando Kinoereignisse machen, wie er 1979 als dämonischer Dschungelherrscher in Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsfilm «Apocalypse Now» bewies.
Seinen ersten Oscar bekam Brando für die Darstellung des Hafenarbeiters Terry Malloy in «Die Faust im Nacken» in der Regie von Elia Kazan. Für die Darstellung des Mafia-Bosses Don Corleone in Coppolas «Der Pate» ehrte ihn die US-Filmakademie ein zweites Mal. Brando lehnte den Oscar jedoch aus Protest gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner ab.
Nicht nur Brandos Filmrollen waren exzessiv, auch sein Leben war ein einziges Auf und Ab: Eine seiner nicht wenigen Tragödien war der Selbstmord seiner Tochter Cheyenne. Insgesamt hatte Brando mindestens elf Kinder mit drei Ex-Frauen und zahlreichen Geliebten.
Die letzten Jahre lebte der deutlich übergewichtige Brando sehr zurückgezogen. Obwohl er so grossen Erfolg hatte, soll er nach Medienberichten zuletzt gebrochen und finanziell verschuldet gewesen sein.
021936 jul 04
SDA-ATS
R.I.P.